Zu dick, zu dünn? – Gewichtsprobleme bei Kindern

Über- oder Untergewicht bei Kindern ist nicht nur eine Frage des Aussehens. Es beeinträchtigt die Heranwachsenden oft stark in ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung und treibt das Risiko für spätere Krankheiten in die Höhe. Zahlreiche Studien und Untersuchungen der letzen Jahre zeigen, dass in Abhängigkeit von der Altersgruppe zwischen 10 und 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen hierzulande übergewichtig, 9 bis 14 Prozent untergewichtig sind.

© Randy Faris/Corbis


Neben der genetischen Disposition spielen in den meisten Fällen ungünstige Essgewohnheiten in der Familie und Bewegungsarmut eine Rolle. Essen als Belohnung oder der Zwang zum Aufessen, auch wenn das Kind schon satt ist, begünstigen den Verlust des Hunger- und Sättigungsgefühls und ein gestörtes Verhältnis zum Essen.

Rechtzeitig Übergewicht gegensteuern

Von ein paar Kilos zu viel bis zu starkem Übergewicht ist es zum Glück ein langer Weg, den man von Anfang an durch ein paar Ernährungstricks und mehr Bewegung begegnen kann. Die Ernährungsgewohnheiten Schritt für Schritt und ohne Zwang gesünder zu gestalten – das kommt allen Familienmitgliedern zugute. Mit Motivation zu mehr Sport und Bewegung können Sie Ihr Kind zudem positiv unterstützen.

Tipps für eine gesunde Ernährung

1. Tipp – Clevere Kohlenhydrate

Immer öfter  hört man, dass die Reduzierung von Kohlenhydraten, zum Beispiel durch das Einsparen von Brot, Nudeln und Reis, eine Gewichtsabnahme mit sich bringt. Dies funktioniert am besten, wenn Sie vor allem abends Ihre stärkehaltigen Sättigungsbeilagen im Auge behalten und beispielsweise durch ballaststoffreiche Hülsenfrüchte, Gemüse oder Salat ersetzen. Denn in der Zeit nach dem Abendessen sind wir in der Regel körperlich und geistig am inaktivsten. Die Energie aus den kohlenhydratreichen Lebensmitteln wird dann nicht mehr verbraucht und stattdessen in „Speicherfett“ umgewandelt.

Gänzlich sollten Sie jedoch nicht auf Kohlenhydrate verzichten – gerade in der Früh kurbeln Sie den Stoffwechsel an und bedeuten mittags einen wichtigen Energienachschub für Ihr Gehirn.

2. Tipp – „Zuckerfallen“ entlarven

Kohlenhydrate liefern nicht nur Brot, Kartoffeln und Co., vor allem in Fertigprodukten wie Knuspermüslis, Fruchtjoghurts und Getränken verstecken sich eine Menge unnötiger Zucker. Zwischen den drei Hauptmahlzeiten gegessen wirkt sich dieser besonders ungünstig auf die Fettverbrennung aus. Wählen Sie also stattdessen Naturprodukte wie reine Getreide-/Haferflocken oder Naturjoghurt aus und süßen Sie diese bei Bedarf lieber selbst ein wenig. Nicht nur bei Cola oder Limonade, sondern vor allem auch bei (frucht-) zuckerhaltigen Getränken ist Vorsicht geboten.

3. Tipp – „Fettnäpfchen“ umgehen

Gerade bei Wurst- und Fleischwaren versteckt sich oftmals die eine oder andere Extraportion ungesundes Fett. Sparen Sie sich überschüssige Kalorien, indem Sie anstatt zu Würsteln, Leberkäse, Mortadella, Salami und Streichwurst lieber zu natürlichen „Light-Lebensmitteln“ greifen. Schinken, Corned Beef, Putenbrust oder auch fettarmer Käse sind eine clevere Alternative und bringen kalorienarme Abwechslung aufs Brot. Warum nicht gleich noch die Butter unter dem Aufschnitt durch herzhaften Senf, Meerrettich oder Kräuterquark ersetzen.

Ganz wichtig dabei:

Gemeinsame Familienmahlzeiten in entspannter Atmosphäre. Neben Bewegung sind auch weniger Fernsehen und ausreichend Schlaf mit einem gesunden Körpergewicht verbunden, wie ein EU-weites Projekt nachwies.

Essstörungen – wenn das Essverhalten krank macht

Auch seelischer Frust wie Schulprobleme oder soziale Schwierigkeiten schlagen nicht selten „auf den Magen“ und äußern sich in vermehrtem Essen oder Nahrungsverweigerung. Das wiederum führt zu noch mehr Frust, weil die Kinder zusätzlich unter ihren Gewichtsproblemen leiden. Ein Teufelskreis beginnt, der nicht selten in einer Essstörung mündet. Versuchen Sie in einfühlsamen Gesprächen den Problemen auf den Grund zu gehen. Gestalten Sie den Alltag möglichst entspannt und holen Sie sich frühzeitig professionelle Hilfe.

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