Gesunde Kinderfüße: Zeigt her eure Füße!

Etwa 98 Prozent aller Menschen kommen mit gesunden Füßen zur Welt, aber nur noch 40 Prozent von ihnen haben gesunde Füße, wenn sie erwachsen sind. Ein Großteil dauerhafter Schädigungen, veränderte Zehenstellung, Gelenkentzündungen, verkürzte Muskulatur sowie Probleme des Haltungsapparates resultieren aus der Entwicklungszeit im Kindesalter. Ursachen hierfür sind vor allem zu wenig abwechslungsreiche Bewegung, Übergewicht sowie unpassendes Schuhwerk.
 


Anfang 2007 startete eine bayernweite BKK-Studie und Gesundheitsaufklärungskampagne zur Fußgesundheit bei Kindern. Im Mittelpunkt des Projekts standen Aktionstage in 25 Kindergärten und Elterninformationsabende zum Thema Fußgesundheit. Dabei wurden rund 1.500 Kinder von Orthopäden untersucht und sportmedizinisch unterrichtet.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

  • 12 % der Kinder waren orthopädisch auffällig und müssten nach Ansicht der Experten in medizinische Betreuung
  • 3 % waren mit Einlagen fehlversorgt
  • 23 % hatten Druckstellen, Schwielen, Warzen, Nagelpilz und dergleichen
  • 70 % trugen unpassende Schuhe (zu klein, zu eng, zu groß)

Tipps zur Fußgesundheit

Für eine gesunde Entwicklung brauchen Kinderfüße vor allem Bewegungsfreiheit, Bodenkontakt und viele Reize. Denn Muskeln, die nicht beansprucht werden, verkümmern. Gut ist regelmäßiges Barfußlaufen auf weichem, unebenem Grund.

Im Kleinkindalter gilt: Wer laufen lernt, braucht keine Schuhe. X-Beine, nach innen geknickte Füße, Stolpern über den großen Zeh – das alles ist je nach Entwicklungsphase normal. Im Zweifelsfall sollte man mit seinem Kind einen Kinderorthopäden aufsuchen.

Einlagenversorgung ist in den wenigsten Fällen notwendig und sollte immer mit begleitender Fußgymnastik und unter regelmäßiger Kontrolle erfolgen. Kinderschuhe sollen vor Kälte, Verletzung oder Schmutz schützen. Sie haben keine Stützfunktion, wie viele Eltern meinen. Der richtige Schuh passt sich der Bewegung des Fußes an, nicht umgekehrt. Kinderfüße wachsen schubweise, bis zu drei Größen pro Jahr. Da können selbst neue Schuhe schnell wieder zu klein sein. Also regelmäßig messen, mindestens einmal im Halbjahr und das natürlich ohne Schuh am Fuß.

Bundesweiten Studien zufolge trägt fast jedes 3. Kind zu kleine Schuhe. Kleinkinder sagen selten, wenn sie der Schuh drückt, denn ihre Knochen sind noch weich und verformbar. Sie reagieren auf Druck relativ schmerzunempfindlich, da sich das Nervensystem und die Empfindlichkeit noch entwickeln. Die Folgen: Die Füße passen sich der Schuhform an und Fehlstellungen entwickeln sich. Erst mit circa 16 Jahren haben Füße ihre Entwicklung abgeschlossen und die endgültige Form und Festigkeit.